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Die Babelsberger Medienpreise werden jährlich von der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten (GWFF), München, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) und der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) „Konrad Wolf“, Potsdam-Babelsberg, gemeinsam vergeben.
2009 steht die Preisverleihung unter der Schirmherrschaft von Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.
Der Erich Kästner-Fernsehpreis (gestiftet von der GWFF) wird für das beste deutschsprachige Kinder- und Jugendfernsehprogramm vergeben und ist mit 25.500 € dotiert. Vorschlagsberechtigt sind öffentlich-rechtliche und private Programmanbieter. Der Name „Erich Kästner“ soll Programm sein: gewaltfrei, phantasievoll, kreativ und natürlich spannend.
Im Jahr 2009 hat die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen, die Patenschaft für den Erich Kästner-Preis übernommen.
Mit dem Förderpreis für den besten Absolventenfilm – Spielfilm – (gestiftet von der GWFF) und dem Förderpreis für den besten Absolventenfilm – Dokumentarfilm – (gestiftet vom RBB) wird jeweils der beste Absolventenfilm deutscher Medienhochschulen mit 18.000 € prämiert. Vorgeschlagen werden können von den entsprechenden Hochschulen Filme, CD-ROMs und andere medientechnologisch innovative Arbeiten sowie Fernsehproduktionen. Das Preisgeld soll ausschließlich für audiovisuelle Produktionen nach dem Studienabschluss verwendet werden.
Die Stifter und die HFF streben mit der jährlichen Vergabe dieser Babelsberger Medienpreise eine kontinuierliche Analyse und Bewertung der bestehenden Fernsehangebote für Kinder und Jugendliche sowie eine Ermutigung und Motivierung der Studierenden an Medienhochschulen zur Realisierung origineller, kreativer und innovativer Produktionen an.
Außerdem sieht die HFF in der Initiierung und seither Durchführung des ersten am Medienmarkt etablierten und hoch dotierten Kinder- und Jugendfernsehpreises sowie der ersten ebenfalls hoch dotierten Absolventenpreise für Alumni deutscher Filmhochschulen einen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung des Medienstandortes Babelsberg.
Preisverleihung: 09.10.2009
Mit den Einreichungen des Jahres 2009 haben sich die folgenden Jurys beschäftigt:
Für die Auswahl des Förderpreises für den besten Absolventenfilm (Spielfilm) trafen sich in der HFF die Juroren Connie Walther (Regisseurin), Ralph Schwingel (Produzent), Katrin Boehringer (geb. Hohendahl, Produzentin, Preisträgerin 2008), Prof. Jens Becker (Regisseur/Autor, HFF) und Sebastian Peterson (Regisseur), um unter den 17 Einreichungen aus 8 Filmhochschulen die drei besten Absolventenfilme auszuwählen und für den Preis zu nominieren.
Die Nominierungen für den Förderpreis für den besten Absolventenfilm (Dokumentarfilm) legten die Jury-Mitglieder Annett Schütze (Regisseurin, Preisträgerin 2008), Jeanette Eggert (Filmemacherin), Richard David Precht (Schriftsteller und Publizist), Birgit Mehler (Redakteurin RBB) und Peter Badel (Kameramann) aus 10 Einreichungen von 7 Hochschulen fest.
Die Auswahl für den Erich Kästner-Fernsehpreis trafen Uschi Reich (Produzentin), Margret Albers (Stiftung Goldener Spatz), Ingelore König (Produzentin, Preisträgerin 2008), Manuela Lumb (Produzentin) und Alexander Gehrke (Produzent) aus 29 Einreichungen von 13 Sendern bzw. Produzenten.
Die Nominierungen 2009 in den drei Preiskategorien sind hier zu finden.
Erich Kästner-Fernsehpreis für das beste deutschsprachige Kinder- und Jugendprogramm 2009:
Moritz - "Wäre cool, wenn sie ein Engel wird..." aus der Reihe "Stark! Kinder erzählen ihre Geschichte", Produktion ZDF.
"Fußball hilft gegen Traurigkeit", sagt der 14jährige Moritz, wenn es seiner jüngeren Schwester Luca mal wieder schlechter geht.
Sie leidet an einer unheilbaren Krankheit und es ist ungewiss, wie lange sie überhaupt noch lebt. Auf ehrliche und sehr authentische Art berichtet Moritz, wie er sein Leben lebt. Trotz aller Probleme hinterlässt die Dokumentation ein Gefühl von Stärke und Hoffnung.
"Ein solches schweres Schicksal muss jeden Menschen berühren. Dass dieses Schicksal einen aber erst einmal so ergreift, dass es fast sprachlos macht, liegt zuvorderst an der herausragenden Art und Weise, wie das Filmteam um Simone Grabs die Familie, vor allem aber die Kinder begleitet hat. Sie ist dem Jungen so nahe gekommen, dass man dies getrost zu den Sternstunden eines Dokumentarfilmers zählen kann." (So die Jury)
Förderpreis für den besten Absolventenfilm (Dokumentarfilm) 2009:
Nid hei cho (Regie/Buch: Thaïs Odermatt), Abschlussfilm an der Hochschule Luzern - Design & Kunst -
Nur mit der Luftseilbahn erreicht man einen Ort in der Innerschweiz, der voll Geschichten ist. Anna spricht über ihren Mann und seine Leidenschaft - das Wildern. Toni, der Nachbar, erläutert die Ereignisse aus seiner Sicht. Die Stimmen vereinen sich zu einem "Dialog" und vermitteln einen Eindruck von Spannungen und Ängsten, von Unglück und Trauer, denen die Familien von Wilderern ausgeliefert sind. Ein neuer Blick auf ein altes Thema.
"Der Film NID HEI CHO hat uns in der Form einer poetischen Mitteilung erschüttert. Es ist ein kleiner Film, der seine Möglichkeiten ausschöpft und in Format und erzählerischer Substanz überzeugt. ... Das unerlaubte Jagen, die Wilderei als lebensbedrohliche und dennoch individuell unaufschiebbare Aufgabe zu gestalten, ist dem Film mit den klassischen Mitteln der Beobachtung und durch ein zauberhaftes Verweben der kurzen Sprach-Originaltöne gelungen.." (Aus der Laudatio)
Förderpreis für den besten Absolventenfilm (Spielfilm) 2009:
Freies Land (Regie: Hannes Treiber), Abschlussfilm an der Hamburg Media School.
Sommer 1983, DDR: Der mecklenburgische Pfarrer Uwe traut sich, seine Ideale von Freiheit offen zu äußern und gefährdet dadurch sich und seine Familie zunehmend. Als seine Frau die Bedrohung kaum noch aushält, steht Uwe vor einem Konflikt, der zur Zerreißprobe für die ganze Familie wird.
"Dieser Film trägt einen großen politischen Konflikt in die kleine familiäre Situation. Konzentriert und sensibel gelingt es den Autoren, die inneren Zweifel der Figuren, ihre Ungewissheit über die Richtigkeit ihrer Entscheidungen in einer scheinbar schlichten Erzählung der Alltagswelt darzustellen. Uneitel und mit großer Präzision inszeniert, beweisen der Regisseur und sein Team einen außergewöhnlichen Mut zu stillen Momenten.
Besonders hervozuheben sind die stimmige Ausstattung und die genaue Recherche dieses geradezu schnörkellosen Films. Das Resultat überzeugt durch große Authentizität.", lobt die Jury.