DIE ZENTRALE FILMBIBLIOTHEK, BERLIN (1961-1993)

Bereits im Jahre 1953 wurde im Statut des Clubs der Filmschaffenden unter anderem die Einrichtung einer Filmbibliothek gefordert. In den Räumen der Deutschen Zentralstelle für Filmforschung, in der Kronenstr. 10, fand am 15. September 1961 die offizielle Eröffnung der Zentralen Filmbibliothek statt. Parallel entstand eine Informationsabteilung.

Der damalige Bibliotheksbestand wurde mit 5000 Bänden angegeben, davon 2300 Filmfachbücher, 900 Zeitschriftenbände und 600 Drehbücher, u.a. ein Teil der Bücherei der Ufa-Lehrschau.
Darüber hinaus wurden ca. 112 Zeitschriften laufend bezogen.


Im Lauf der Jahre wechselte die Trägerschaft mehrere Male:

- 1963 übernahm die Deutsche Hochschule für Filmkunst (heute: Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" / HFF) die Zentralstelle als Institut für Filmwissenschaft.

- 1968 wurde das Institut wieder aus der Trägerschaft der Hochschule entlassen und unterstand dann bis 1969 der Hauptverwaltung Film beim Ministerium für Kultur.

- 1970 wurde das Institut wiederum in die neu gegründete Sektion Forschung der HFF reintegriert.

- 1971 erfolgte die Auflösung des Instituts und der gesamte Bereich wurde

- 1971/72 in den Lehrstuhl für Film- und Fernsehwissenschaft überführt.

- 1980/81 erfolgte die Gründung des Direktorats Information/Dokumentation/Publikation (IDP), bestehend aus der Bibliothek, dem Zeitungsausschnittarchiv und der Redaktion Beiträge für Film- und Fernsehwissenschaft (BFF).

- 1990 wurde das Institut für Medienwissenschaft unter der Leitung von Prof. Wiedemann gegründet und der Bereich IDP übernommen.

Für die Berliner Bibliothek wirkten sich die ständig wechselnden Trägerschaften nur in Bezug auf die Bestandskonzeption aus, Standortveränderungen waren bis zum Jahre 1990 nicht erforderlich. Allerdings erwog die Hochschulleitung bereits 1977, die Bibliothek nach Babelsberg zu verlagern, dieses Vorhaben wurde bis dato nicht realisiert.

Nach der Wende wurde der Zentralen Filmbibliothek bzw. dem gesamten Berliner Bereich der HFF für die bisherigen Räumlichkeiten in der Kronenstraße die Kündigung des Mietvertrages vom Immobilienbesitzer (DEFA Studio für Dokumentarfilme GmbH) zum 1.1.1991 mitgeteilt. Nach diversen Versuchen, neue Räume für die Bibliothek in Berlin zu finden, stellte das Bundesministerium des Innern (Sitz des ehemaligen Ministeriums für Kultur) der Bibliothek Räume zur Verfügung. Im März 1991 erfolgte dann der erste Umzug der Bibliothek in das Schwerinsche Palais am Molkenmarkt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Bereiche Redaktion und Zeitungsausschnittarchiv bereits nach Babelsberg in die Virchowstraße umgezogen, die Bibliothek sollte folgen. Zwei Jahre später (im Februar 1993) wurde der Bestand der Zentralen Filmbibliothek endgültig nach Babelsberg überführt.

Bereits vor der Wende wurde die Zentrale Filmbibliothek auch von internationalem Publikum aufgesucht.

Besonders für die filmhistorische Forschung war der Bibliotheksbestand von großer Bedeutung, dies bezog sich vorwiegend auf Literatur vor 1945, Drehbücher sowie Literatur aus Osteuropa.

Trotz des geringen Kontingents von Devisen vor 1989, konnten einige internationale Filmzeitschriften abonniert werden. Der größte Teil der Zeitschriften und der Bücher aus dem westlichen Ausland wurde jedoch über den Internationalen Schriftentausch erworben. Hierbei sollte erwähnt werden, daß die gebende (überwiegend "westliche" Seite) der Bibliothek gegenüber sehr großzügig war. Für diese Unterstützung möchten wir noch einmal den damals beteiligten Institutionen danken.

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