Filmfestival Max Ophüls Preis 2003: HFF mit acht Studentenfilmen dabei

18.09.2003

Gleich acht Mal stellen sich Studierende der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" mit ihren Produktionen dem Saarbrücker Publikum.

Für den Max Ophüls Preis wurden zwei Filme nominiert: Wir von Martin Gypkens im Langfilm- und du bist nicht Belmondo von Ennio Cacciato im Kurzfilmwettbewerb. Wir zitiert das Berlin von heute. Zehn Twens erzählen ihre Ängste vor der Zukunft. Regisseur und Autor Martin Gypkens ging es in seinem Diplomfilm darum, verschiedene Lebenskonzepte und Perspektiven der Generation der Zwanzigjährigen "komplex und ehrlich neben- und gegeneinanderzustellen". Ob Zufall oder Zeitgeist, auch in du bist nicht Belmondo geht es um Probleme junger Leute. Ennio Cacciato zeichnet das bedrückende Bild eines jungen Paares und seiner Angehörigen. Sprachlosigkeit prägt die familiären Beziehungen. Die Protagonisten verzweifeln an ihrer Unfähigkeit Emotionen und Bedürfnisse ihren Nächsten und Liebsten mitzuteilen. Ein schwarz-weiß Film im Retro-Look.

Das Spektrum lädt zur Premiere der Sieben Brüder von Sebastian Winkels ein. Die Brüder, zwischen 1929 und 1945 geboren, erzählen die Geschichte ihrer Familie. Sebastian Winkels widmete den Film der Generation seiner Eltern. Er wagte Erzählkino pur, verzichtete bewusst auf Interviews und inhaltliche Vorgaben, vertraute einzig den Brüdern und ihren Geschichten. "Ich habe versucht, meine Neugier durch Aufmerksamkeit zu ersetzen", so Sebastian Winkels. Entstanden ist ein intimes Mosaik, eine Familiengeschichte, die in sieben Lebenswegen deutsche Geschichte unmittelbar und auf ungewöhnliche Weise reflektiert.

Fünf weitere HFF-Filme laufen in "Sprint", dem Kurzfilmprogramm. Cantando la Vida (Ines Thomsen, Wolf Marcus Göppner, 2002) beobachtet die alte Paulina bei ihrem morgendlichen Bad im Meer. Der beinahe experimentell wirkende kleine Film wird zur Ode an die Lebensfreude, menschlich und mediterran. Ohne Worte dokumentiert innen außen mongolei (wieder Sebastian Winkels, 2002) mongolische Lebenswelten. Impressionen aus einem Land zwischen Ursprung und Zivilisation. "Boxen ist, als ob ich in eine andere Welt eintauche", sagt Tatjana im gleichnamigen Film von Ann-Kristin Wecker (2002). Diese andere Welt ist ein Boxkeller an der Reeperbahn - Männer, Muskeln, Schweiß, Erschöpfung. Eine filmische Beobachtung. Alle drei Dokumentarfilme laufen in Sprint 5 unter dem Motto "echt und eigenwillig". Sprint 6 präsentiert "animiert und ausgetrickst". Im Puppentrickfilm Größenwahn (Julia Dufek, 2002) geht es um einen selbstverliebten Pianisten, und Irgendwas ist immer (Andreas Diehm, 2002) beleuchtet den Mikrokosmos hinter dem Kühlschrank.

Wir, Premiere am Mittwoch, 15.01.2003, Cine Star 1, 20:15 Uhr

Sieben Brüder, Premiere am Dienstag, dem 14.01.2003, Cine Star 5, 20:00 Uhr Weitere Informationen unter http://www.max-ophuels-preis.de.

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