Kürzlich wurde in Berlin die erste filmwissenschaftliche Fachbibliothek der DDR eröffnet. Nach langer Vorbereitung durch die Mitarbeiter der Deutschen Zentralstelle für Filmforschung und des Clubs der Bühnen- und Filmschaffenden sowie durch Spenden anderer Einrichtungen - so überließ unsere Redaktion der Bibliothek umfangreiche Bestände in- und ausländischer Zeitschriften und Bücher - stehen jetzt den Filmschaffenden, Kritikern, kulturellen Institutionen und gesellschaftlichen Organisationen etwa 5000 Bücher, davon 3800 Filmfachbücher, 1000 Nachschlagewerke, 900 Zeitschriftenbände und 600 Drehbücher zur Verfügung. Ziel der von der Deutschen Zentralstelle für Filmforschung betreuten Bücherei ist es, das Filmfachschrifttum aus aller Welt, in erster Linie jedoch deutschsprachige Werke und Literatur aus den sozialistischen Ländern, zu sammeln. Der Bibliothek mit den Arbeitsräumen ist eine Informationsabteilung angeschlossen, in der alle zum Thema Film in der DDR erscheindenen Zeitungsveröffentlichungen - systematisch geordnet - zu finden sind. Die Bibliothek befindet sich im Haus der Deutschen Zentralstelle für Filmforschung, Berlin W 8, Kronenstr. 10.
Aus: Deutsche Filmkunst, Nr. 11/1961
In den Räumen der Deutschen Zentralstelle für Filmforschung in Berlin, Kronenstr. 10, wurde die bedeutendste Filmbibliothek der Deutschen Demokratischen Republik eröffnet... Die wissenschaftliche Fachbibliothek dient in erster Linie den Filmschaffenden, den Filmkritikern und Wissenschaftlern sowie den Insitutionen des Filmwesens. Darüber hinaus ist sie dem, der sich ernsthaft mit der Materie Film beschäftigen will, zugänglich. Die Bibliothek verfügt gegenwärtig über einen Bestand von annähernd 5000 Bänden, wovon nahezu 3800 Ttiel rein filmkundlicher Natur sind. Sie unterteilen sich in etwa 2300 Bücher und Broschüren, 900 Zeitschriftenbände und 600 Drehbücher. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, alle deutschsprachige und die gesamte Filmliteratur der sozialistischen Länder zu erfassen. Den Anforderungen aus Theorie und Praxis entsprechend wird auch Fachliteratur aus dem kapitalistischen Ausland in die Bibliothek aufgenommen. Zur umfassenden internationalen Information werden 112 Zeitschriften und Bulletins bezogen. Damit hat die Filmforschung in der DDR eine Quellenbasis erhalten, die sie vielseitig ausstattet und ihre wichtigen, für die Entwicklung der sozialistischen Filmkunst förderlichen Vorhaben auf einen festen Boden stellt. Zugleich hat der Anspruch der westdeutschen Filmpublizistik, im Wiesbadener Insitut für Filmkunde die einzige große Filmbibliothek Deutschlands zu besitzen, an Gültigkeit verloren.
Aus: Der Bibliothekar, Nr. 11/1961
Berlin (ND): In den Räumen der Deutschen Zentralstelle für Filmforschung in Berlin, Kronenstraße 10, wurde am Freitag die bedeutendste Filmbibliothek der Deutschen Demokratischen Republik eröffnet. Die Mitarbeiter der Zentralstelle bringen damit ihre Verbundenheit mit den Kandidaten der Nationalen Front zum Ausdruck, denen in zahlreichen Wählerversammlungen von der Bevölkerung aufgetragen wurde, sich für eine Erweiterung kultureller Bildungsmöglichkeiten einzusetzen.
Die Bibliothek verfügt gegenwärtig über einen Bestand von annähernd 5000 Bänden, wovon nahezu 3800 Titel rein filmkundlicher Natur sind. Sie unterteilen sich in etwa 2300 Bücher und Broschüren, 900 Zeitschriftenbände und 600 Drehbücher. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, alle deutschsprachige und die gesamte Filmliteratur der sozialistischen Länder zu erfassen.
Aus: Neues Deutschland (Berlin) vom 16. Sept. 1961
Mit der Einrichtung einer filmwissenschaftlichen Fachbibliothek, der ersten in der DDR, ist ein langgehegter Wunsch aller am und für den Film Arbeitenden in Erfüllung gegangen. Etwa 5000 Bücher, davon 3800 Filmfachbücher, 1000 Nachschlagewerke, 900 Zeitschriftenbände und 600 Drehbücher stehen Filmschaffenden, Kritikern, kulturellen Institutionen und gesellschaftlichen Organisationen zur Verfügung. Ziel der von der Deutschen Zentralstelle für Filmforschung betreuten Bücherei ist es, das Filmfachschrifttum aus aller Welt. In erster Linie jedoch deutschsprachige Werke und Literatur aus den sozialistischen Ländern, zu sammeln. Der Bibliothek mit den Arbeitsräumen ist eine Informationsabteilung angeschlossen, in der alle zum Thema Film in der DDR erscheinenden Zeitungsveröffentlichungen - systematisch geordnet - zu finden sind. Die Bibliothek befindet sich im Haus der Deutschen Zentralstelle für Filmforschung, Berlin W 8, Kronenstraße 10.
Aus: Sonntag vom 24. Sept. 1961
Besuch in der Zentralen Film-Bibliothek Berlin
Stöße ungeordneter Bücher, zirka zehntausend unsortierte Zeitschriften, einige verwahrloste, noch dazu unzureichende Parterre-Räume in der Kronenstraße 10 - das war alles, was die Deutsche Zentralstelle für Filmforschung Berlin für den Aufbau einer lang entbehrten, aber dringend benötigten Filmbibliothek zur Verfügung stand. Es gehörte viel Liebe zur Sache, um aus diesem Durcheinander etwas Ordentliches, Wohlgeordnetes zu schaffen. Unermüdlich haben die Mitarbeiter dieser ersten zentralen Filmbibliothek unserer Republik im Gründungsjahr, während die Räume erst zweckdienlich umgebaut wurden, den notwendig sten Grundbestand geshaffen. Aber es genügt durchaus nicht, daß Bibliotheksbücher säuberlich in reaglen stehen, jedes Buch muß seinen Platz innerhalb eines bestimmten Sach gebiets haben. Daher ist man jetzt in der seit September vorigen Jahres geöffneten Bibliothek dabei, die gegenwärtig etwa 5000 Bände, davon 2100 Filmfachbücher, 1100 Zeitschriftenjahrgänge, über 1000 Nachschlage- und allge meine Fachwerke und 600 Drehbücher umfassende Sammlung systematisch und alphabetisch zu katalogisieren. In mehr als zwanzig große Spezialgebiete, von der Filmtheorie und Filmgeschichte über Biographien, Wirkungsforschung, Produktionsfragen und Filmtechnik bis zu den Gesellschaftwissenschaften, den verwandten Künsten wie Theater, Musik, Tanz, Literatur, und bibliographischen Hilfsmitteln ist der in Arbeit befindliche Bibliothekskatalog gegeliedert. Geplant sind Sonderbücherverzeichnisse zu einzelnen Themen, eine katalogmäßige Zeitschriftenauswertung und der Anschluß an das große Fernleihnetz der Bibliotheken, um dadurch jedem Filmschaffenden, Filmwissenschaftler und Filmkritiker, jeder interssierten kulturellen Institution, auch jedem ernsthaft mit dem Film sich beschäftigenden Laien die hier aufbewahrten Buchschätze zugänglich zu machen. Abgesehen davon, daß die Zentrale Film-Bibliothek sich zum Ziel gesetzt hat, die wesentlichste Filmliteratur aus aller Welt, in erster Linie natürlich der sozialistischen Länder sowie deutschsprachige Werke, zu sammeln, bemüht sie sich überdies ständig um ältere bedeutende Filmliteratur. Mit Stolz zeigt uns die leidenschaftlich von ihrem Beruf erfüllte Bibliothekarin einige Kostbarkeiten der noch kleinen, aber sich sicher rasch entwickelnden Bücherei, unter anderem Rudolf Arnheims "Film als Kunst" (1932), Oskar Meeßters selten gewordene Selbstbiographie "Mein Weg mit dem Film" (1936), das äußerst seltene Lesebuch "Kinorezissura" (1939 herausgegeben von J. Genka mit einem Vorwort von Dzigan) und die im Jahre 1955 begonnene, bis jetzt dreibändige polnische Filmgeschichte von Toeplitz. An Zeitschriften-Raritäten, wenn auch noch unvollständig, kann die Zentrale-Filmbibliothek den "Filmkurier" und die "Lichtbildbühne" vorweisen. Es ergeht an alle Privatpersonen die Bitte, der Bibliothek eventuell vorhandene Hefte dieser Zeitschriften zur Vervollständigung der Jahrgänge sowie sämtliche auch scheinbar unbedeutende Filmliteratur zu überlassen. Zu den 120 laufenden Filmzeitschriften, die die Bibliothek bezieht, zählen die Fachorgane aus der UdSSR, England, Italien, Farnkreich, Westdeutschland und Polen. Im lichten, mit hellen Arbeitstischen und Regalen eingerichteten Lesesaal liegen die aktuellen Hefte zur Durchsicht aus, wie dem Bibliotheksbenutzer hier für sein Studium auch eine umfassende Handbücherei mit den wichtigsten gesellschaftwissenschaftlichen , lexikalischen und Geschichtswerken zur Verfügung steht. In einer Informations- und Dokumentationsabteilung findet der Leser sämtliche in unserer Republik erscheinende Zeitungsaufsätze zum Film, systematisch geordnet, vor. Selbstverständlich kann der Benutzer der Filmbibliothek hier auch die Eigenpublikationen der Deutschen Zentralstelle für Filmforschung einsehen, unter anderem das von Heinz Baumert und Hermann Herlinghaus herausgegebene "Jahrbuch des Films", das bereits im dritten Jahr vorliegt, ferner die geschmackvoll ausgestattete, hektographierte Zeitschrift "Film", die Fortsetzung der bisher in der "Deutschen Filmkunst" erschienenen "Filmwissenschafliche Mitteilungen", sowie eine von Hermann Herlinghaus, dem Leiter der Zentralen Film-Bibliothek, bearbeitete Dokumentation über "Dsiga Wertow - Publizist und Poet des Dokumentarfilm".
Bernt Karger-Decker
aus: Neue Zeit v. 5.8.1962