FÜR ALFRED HITCHCOCK ZUM 100. GEBURTSTAG

BIOGRAFIE (MIT WEB-LINKS)

ALFRED HITCHCOCK

13.8.1899 - 29.4.1980

Alfred Hitchcock wurde am 13. August 1899 in Leytonstone, im Süden Londons, geboren.1913, mit 14 Jahren, beendete er die Schule. Schon immer hatte er sich für allerlei technische Vorgänge interessiert. In verschiedenen Ausbildungsgängen erwarb er Grundkenntnisse in Elektrotechnik, Mechanik und Schiffsnavigation. Außerdem interessierten ihn Verbrechen so sehr, daß er Gerichtsverhandlungen besuchte.

1915

Ab dem Frühjahr 1915 arbeitete er als Büroangestellter bei der "Henley Telegraph and Cable Company". Bei "Henley" gab er die ersten Kostproben seines Könnens. Er durfte einiges für die Werkzeitung schreiben. Seit 1920 arbeitete er bei der amerikanischen Filmfirma "Famous Players-Lasky", der späteren Paramount, die einen Sitz in London hatte. Hier war er für den Entwurf der Zwischentitel zuständig. 1921 lernte er bei dieser Arbeit seine spätere Ehefrau Alma Reville kennen. Sein Lehrmeister bei "Famous Players-Lasky" war der amerikanische Filmregisseur George Fitzmaurice, von dem er grundlegende Techniken der Filmarbeit lernte. 1922 stellte er gemeinsam mit dem Produzenten Seymour Hicks den Film "Always Tell Your Wife" fertig, da sich Hicks mit dem ursprünglichen Regisseur Hugh Croise überworfen hatte. Ende 1922 wurde Hitchcock überraschend die Regie für den Film "Number Thirteen" anvertraut. Die finanzielle Misere des Studios jedoch führte dazu, daß dieser erste Hitchcock-Film nie vollendet wurde. Famous Players-Lasky mußte Bankrott anmelden. Daraufhin wurden die Ateliers in Islington an unabhängige Produzenten wie z.B. Michael Balcon, Victor Seville und John Freedman vermietet. 1922 wurde Hitchcock für den Film "Woman to Woman" Regie- und Drehbuchautorassistent bei Graham Cutts. 1924 gründete Michael Balcon die "Gainsborough Pictures". Hitchcock arbeitete hier weiter in den verschiedensten Funktionen (Bauten, Schnitt, Regieassistenz) an vier Filmen mit. Der Film "The Blackguard" enstand als Co-Produktion bei der UFA in Babelsberg. Bei den Dreharbeiten in Deutschland lernte er den expressionistischen Film von Lang, Murnau etc. kennen. Er war begeistert von der Auffassung Geschichten über die Bilder, mit möglichst wenigen Zwischentiteln, zu erzählen. Die ersten beiden Filme, bei denen Hitchcock selbst Regie führte, "The Pleasure Garden" und "The Mountain Eagle" entstanden ebenfalls als deutsch-britische Co-Produktion, diesmal bei der Emelka in München. Der erste "echte" Hitchcock-Film "The Lodger" wurde ein Kassenerfolg. 1926 heiratete er die Cutterin Alma Reville, die nun seine erste und engste Beraterin wurde. 1927 drehte Hitchcock noch zwei Filme für Balcon ("Downhill" und"Easy Virtue") und wechselte dann zur "Britisch International Picture" (BIP).Für sie drehte er, nach seinem ersten Originaldrehbuch, "The Ring". BIP ließ dem aufstrebenden Jung-Regisseur viele Freiheiten, so daß Hitchcock in diesem Film viele seiner visuellen Einfälle einbringen konnte. Die britische Fachpresse lobte diesen Film überschwenglich, ein Kassenerfolg wurde er jedoch nicht.

1927

Danach folgten in den Jahren 1927 bis 1932 weitere neun Filme, darunter "Blackmail" , der erste englische Tonfilm, für die BIP. 1933 wechselte Hitchock zur Filmgesellschaft "Gaumont-British" . Ein Jahr später drehte er "The Man who knew too much" . Mit diesem Film begründete er seinen Ruf als erstklassiger Regisseur. Kontinuierlich folgten die Filme: "The Thirty-Nine Steps" , "Secret Agent" und "Sabotage". Nach der Pleite von "Gaumont-British" wechselte Hitchcock wieder zu Michael Balcon und ?Gainsborough". Das Charakteristikum seines Stils wurde "Suspense" ? eine Form von Spannung, bei der der Zuschauer mehr weiß als die Akteure auf der Leinwand. Ein Vertreter dieses Genres ist zweifellos "The Lady Vanishes" , der im Jahre 1938 entstand und gerade in den USA die Leute massenweise ins Kino zog. So wurde die amerikanische Filmindustrie auf Hitchcock aufmerksam.

1938

Nach Verhandlungen mit verschiedenen Gesellschaften wie RKO, Paramount oder MGM unterzeichnete Hitchcock 1938 bei David O. Selznick einen Vertrag. Hitchcock und seine Familie siedelten im März 1939 in die USA über. Bereits im Herbst begannen die Dreharbeiten zu "Rebecca" mit  Laurence Olivier und Joan Fontaine in den Hauptrollen. Der Film erhielt 1940 den "Oscar" als bester Film, diese Auszeichnung ging aber an den Produzenten D. O. Selznick, nicht an den Regisseur! Obwohl Hitchcock von den Möglichkeiten in Hollywood begeistert war (finanzielle und technische Ausstattung), häuften sich die Spannungen zwischen ihm und Selznick. So wurde er beispielsweise, nach üblicher Praxis in Hollywood, an die "United Artists" verliehen, um dort 1940 "Foreign Correspondent" zu drehen. 1941 entstand für die RKO ,ein weiterer ?Hitchcock-Klassiker": "Suspicion" mit Cary Grant und Joan Fontaine. Danach "lieh" Selznick ihn wieder an "Universal" aus, für die er die Filme "Saboteur" und "Shadow of a Doubt" drehte. In "Shadow of a Doubt" spielte Joseph Cotten einen charmanten Witwenmörder. Dem folgenden Film aus dem Jahre 1944, "Lifeboat" nahm die Kritik übel, daß er einen Nazi-Offizier als umsichtig handelnden Menschen darstellte. Danach folgten, ebenfalls 1944, zwei Propagandafilme im Auftrage des britischen Innenministeriums, die wegen ihres geringen künstlerischen Wertes wahrscheinlich nie aufgeführt wurden. Für den ersten Film zum Thema Psychoanalyse, "Spellbound" konnte Hitchcock neben den Hauptdarstellern Ingrid Bergman und Gregory Peck auch Salvador Dali für die Gestaltung der Traumsequenz gewinnen. Ingrid Bergman spielte auch in dem 1946 entstanden Film "Notorius" die Hauptrolle, an ihrer Seite diesmal Cary Grant. Der letzte Film, den Hitchcock laut Vertrag für Selznick drehte, war 1947 "The Paradine Case". Der aufwendig gestaltete Film mit der erstklassigen Musik von Franz Waxman wurde leider weder vom Publikum noch von der Kritik positiv angenommen. Nach der Trennung von Selznick gründete Hitchcock gemeinsam mit Sidney Bernstein seine eigene Produktionsfirma "Transatlantic Pictures". Der erste selbst produzierte Film war gleichzeitig sein erster Farbfilm. "The Rope" entstand 1948, in der Hauptrolle James Stewart. Das Kammerspiel entstand, entgegen den herkömmlichen Regeln, ohne erkennbare Schnitte.

1954

Erst 1954 gelang ihm wieder ein echter Kassenschlager. "Dial M for Murder" mit Grace Kelly und Ray Milland. Ebenso wie Ingrid Bergman entsprach Grace Kelly seinem Typ und er besetzte sie auch für sein nächstes Projekt "Rear Window" 1954. Der Film sollte der Auftakt des erfolgreichsten beruflichen Jahrzehnts im Leben Alfred Hitchcocks werden. Jährlich folgten ein oder zwei Filme, deren Inhalt immer eine Mordgeschichte war und Suspense und Spannung im Vordergrund standen. Zu diesen Werken gehören: "To Catch a Thief" mit Grace Kelly und Cary Grant (1955) ; ?The Man who knew to much"(1956) mit James Stewart und (erstmals bei Hitchcock) Doris Day ; "The wrong Man (beide 1956) mit Henry Fonda und Vera Miles. In all diesen und den folgenden Filmen führte Richard Burks die Kamera für Hitchcock. Die eindringlichen Musikstücke in Hitchcocks Filmen wurden in den meisten Fällen von Bernhard Herman oder Franz Waxman komponiert. 1958 entstand der Film "Vertigo" mit Kim Novak in der Hauptrolle. Ein Jahr später folgte "North by Northwest". Dieses Road-Movie mit Cary Grant erinnert in vielem an "Saboteur" aus dem Jahre 1942. Zum Inbegriff des ?Hitchcock-Films" wurde 1960 "Psycho" . Durch die subtile Darstellung des Norman Bates durch Anthony Perkins gelang es dem Regisseur, eine Spannung aufzubauen, die ihresgleichen in der Filmgeschichte sucht. Die ?Duschmord-Szene" ist wohl die am meisten kopierteste Filmszene ? und konnte nie wieder diese Spannung erreichen. Der Film wurde übrigens, mehr schlecht als recht (laut Kritiken), 1998 von Gus Van Sant neu gedreht. Für die folgenden Filme hatte Hitchcock einen neuen blonden Star gefunden - Tippi Hedren . Sie spielt 1963 die Hauptrolle in "The Birds" und 1964 in ?Marnie". Zwei Jahre später folgte ein Film mit brisanter Thematik: "Torn Curtain" handelt von einem amerikanischen Wissenschaftler der in die DDR überläuft ? in Wahrheit aber ist dieses ?Überlaufen" nur Tarnung, denn der Wissenschaftler steht natürlich im Dienste Amerikas. Dieser Film wurde kein Erfolg. "Torn Curtain" ist mit allen Klischees des kalten Krieges bestückt. Erst 1968 folgte der nächste Film ?Topaz",der ein ähnliches Sujet wie sein Vorgänger behandelte. Diesmal ist es ein französischer Geheimdienstler, Frederick Stafford, der für die CIA auf Kuba spioniert. Wie "Torn Curtain"wurde auch ?Topaz" kein Erfolg. Das Kino hatte neue Formen gefunden: Neorealismus, Autorenfilm, Underground-Filme u.a.. Mit: "Frenzy", 1972, konnte Hitchcock an seine früheren Erfolge anschließen. Erzählt wird die grausige Geschichte eines pathologischen Frauenmörders. Während der Dreharbeiten, die in Großbritannien stattfanden, erhielt er durch das britische Königshaus die Ehrenmitgliedschaft in der ?Society of Film and Television".

1974

Seit 1973 arbeitete er an seinem neuesten Projekt "The Family Plot". Auf Grund starker Herzbeschwerden mußte er die Dreharbeiten unterbrechen und sich einer Operation unterziehen in dessen Verlauf ihm ein Herzschrittmacher implantiert wird. Obwohl er nicht geheilt war, nahm er im Mai 1975 die Dreharbeiten wieder auf. Er knüpft mit diesem Film an seine ironisch-witzigen Kriminalgeschichten der dreißiger Jahre an. Er beginnt im Anschluß daran sofort mit der Arbeit zu "The Short Night". Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich jedoch so sehr, daß er im Mai 1979 alle Mitarbeiter entließ und nicht mehr weiter arbeiten konnte. Dieser letzte Film bleibt unvollendet. Am 29. April 1980 stirbt einer der größten Regisseure der Filmgeschichte in seinem Haus in Los Angeles. Alfred Hitchcock hinterläßt ca. 61(!) Kinofilme, mit 35 eigenen Auftritten, ca. 20 Fernsehfilme aus 54 (!) Jahren Filmarbeit .

Danke, Mr. Hitchcock!

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