ANSPRECHPARTNERIN FÜR DAS PROJEKT

Corinna Volkmann (Projektkoordination)
0331.6202-227
c.volkmann@hff-potsdam.de

PROJEKTFÖRDERUNG DURCH DAS MINISTERIUM FÜR WISSENSCHAFT, FORSCHUNG UND KULTUR (EFRE-MITTEL)

DIE REISE DER IMAGONAUTEN

Inhaltliche Gestaltung neuer Medientechnologien im Zusammenwirken von 180°-Kinoprojektion und WFS-Audiowiedergabe

Das Spiel mit der Wahrnehmung, der Wunsch, die Welt durch die Augen eines Anderen zu erleben, die Befreiung des Geistes vom Gewohnten und das Entdecken neuer Räume treiben die Fantasie seit Menschengedenken an. Der zweidimensionale Film kommt dem Traum von der totalen Verschmelzung mit einer neuen, künstlichen Identität sehr nahe, indem er mit der Bildgestaltung verschiedene Sichtweisen aufnimmt und den Betrachter mitten in das Geschehen eintauchen lässt.

Die 180°-Projektion aber "bespielt" mehr als das Blickfeld des Betrachters. Der Zuschauer befindet sich im filmischen Raum, im Geschehen, reagiert unmittelbar auf die optischen und akustischen Reize, entscheidet sich für bestimmte Ausschnitte oder wird von den Ereignissen überrollt. Er wird zur Interaktion angeregt. Die Wahrnehmung der Zuschauer verschmilzt mit dem auf alle Sinne wirkenden Interface, ein immersiver Bildraum entsteht. Wie aber orientieren wir uns in dem künstlichen Raum? Wie lenkt man die Aufmerksamkeit des Imagonauten auf seiner Reise durch die Bilderwelten? Wie weit geht die Interaktion? Welche Geschichten erzählen wir? Welche Welten schaffen wir, um ein vollständiges Eintauchen in den virtuellen Bild-, Ton- und Erzählraum der 180°-Projektion zu erreichen? Was ist dem Zuschauer zuzumuten?

Die Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" und das Heinrich-Hertz-Institut  der Fraunhofer Gesellschaft erforschen in dem anderthalbjährigen Projekt Die Reise der Imagonauten die immersiven Erzähltechniken für den Bildraum der 180°-Projektion und deren technische Umsetzung in Bild und Ton. Die Reise der Imagonauten ermöglicht den Studierenden, durch die Nutzung moderner Film- und Audiotechnologien neue Erzählarten und Wahrnehmungserlebnisse zu entwickeln und zu erleben. Mit Hilfe von erzählerischen und technischen Versuchsanordnungen wird mit den Möglichkeiten des 180°-Kinos experimentiert. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen dann in die Produktion eines 180°-Kurzspielfilms ein, der möglichst verschiedene Formen des Erzählens kombinieren soll - unter Nutzung der vom HHI entwickelten 180°-Kamera- und Projektionstechnik (OMNICAM und TiME Lab) sowie der Wellenfeldsynthese-Technologie (360° Ton). Beginnend mit der Einrichtung eines Versuchslabors zum Jahresbeginn 2011 nähern sich die Studierenden neuester Technologie an, entwickeln Erzählformen, probieren aus, finden zu ihrer Film-Geschichte, die im 180°-Kino gezeigt wird.

Die HFF-Professoren Peter Henning (Drehbuch/ Dramaturgie), Michael Hammon (Kamera) und Martin Steyer (Ton) betreuen federführend das Fächer übergreifende Projekt, das mit EFRE-Mitteln zum "Wissens- und Technologietransfer" des Brandenburger Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur gefördert wird.

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